Marken
Omega Speedmaster: Diese Referenzen suchen Sammler
Uhrenkontor Redaktion · · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Am meisten gesucht sind die Speedmaster mit dem Kaliber 321: die erste CK 2915 von 1957, die CK 2998 und die drei auf dem Mond getragenen Referenzen 105.003, 105.012 und 145.012. Bei der späteren Moonwatch mit Kaliber 861, 1861 oder 3861 entscheiden vor allem die genaue Referenz, originale Teile und ein vollständiges Set.
Die Omega Speedmaster Professional ist eine der wenigen Uhren, deren Geschichte fast jeder kennt. Auf dem Zweitmarkt ist sie ein Dauerbrenner, aber nicht jede Referenz wird gleich bewertet.
Welche Speedmaster-Referenzen gibt es?
Die Referenz legt Generation und Werk fest. Die heutige Moonwatch ist laut Omega der vierten Generation nachempfunden, die auf dem Mond getragen wurde.
| Generation | Referenz | Kaliber | Merkmale |
|---|---|---|---|
| Erste, 1957 | CK 2915 | 321 | «Broad Arrow»-Zeiger, Tachymeterskala auf der Stahllünette |
| Zweite, 1959 | CK 2998 | 321 | Schwarze Lünette, «Alpha»-Zeiger |
| Dritte, 1963 | ST 105.003 | 321 | Stabzeiger, symmetrisches Gehäuse |
| Vierte, 1960er-Jahre | ST 105.012, ST 145.012 | 321 | Asymmetrisches Gehäuse, «Professional» auf dem Zifferblatt |
| Ab 1968 | ST 145.022 | 861 | Schiffchen statt Säulenrad |
| Mitte der 1990er-Jahre bis 2021 | 3570.50, 311.30.42.30.01.005 und .006 | 1861 | Rhodiniertes Werk, Hesalit- oder Saphirglas |
| Seit 2021 | 310.30.42.50.01.001 und .002 | 3861 | Master Chronometer, Punkt über der 90 |
| Neuauflage in Stahl, 2020 | 311.30.40.30.01.001 | 321 | 39,7 mm, Vorbild 105.003 |
Warum sind die Referenzen mit Kaliber 321 so gesucht?
Referenzen wie 105.003, 105.012 und 145.012 mit dem Kaliber 321 gehören zu den gesuchtesten Speedmaster überhaupt. Das 321 steuert den Chronographen über ein Säulenrad. Solche Werke verlangen laut Omega besonders sorgfältige Fertigung, was ihre Beliebtheit bei Sammlern erklärt. Zudem waren laut Omega nur Referenzen mit dem 321 auf dem Mond.
Besonders begehrt sind die ersten Generationen. Die CK 2915 war laut Omega der erste Armbandchronograph mit Tachymeterskala auf der Lünette; der Hersteller nennt sie die wohl meistgeschätzte Speedmaster. Die CK 2998 trug Walter Schirra am 3. Oktober 1962 als erste Omega im All. Die 105.003 heisst bei Sammlern «Ed White»: Er trug sie 1965 beim ersten Weltraumausstieg eines Amerikaners.
Warum heisst die Speedmaster «Moonwatch»?
Omega stellte die Speedmaster 1957 als Chronographen für den Motorsport vor. Mitte der 1960er-Jahre testete die NASA Chronographen mehrerer Marken, unter anderem bei 0 bis 200 Grad Fahrenheit (rund minus 18 bis plus 93 Grad Celsius) und Beschleunigungen bis 12 g; laut Omega bestand nur die Speedmaster. Die NASA setzte sie im Gemini-Programm ein, im Juli 1969 kam sie mit Apollo 11 auf den Mond.
Was unterscheidet die Moonwatch mit Kaliber 861 und 1861?
Die Referenzen 145.022 sowie die späteren 3570.50 und 311.30.42.30.01.005 sind die klassischen «Moonwatch»-Modelle. Sie werden in grosser Zahl gehandelt; vollständige Sets mit Box und Papieren erzielen die besten Gebote.
Das Kaliber 861 kam laut Omega 1968: Ein Schiffchen, also eine Nockensteuerung, ersetzt das Säulenrad, die Frequenz stieg auf 21'600 Halbschwingungen pro Stunde, die Fertigung wurde gleichmässiger und günstiger. Das Nachfolgewerk 1861 ist zusätzlich rhodiniert. Selten ist die 145.022 mit «Racing»-Zifferblatt von 1968, mit zweifarbigen Minutenmarkierungen und orangen Zeigern.
Wie gefragt ist die aktuelle Moonwatch mit Kaliber 3861?
Die im Januar 2021 vorgestellte Speedmaster mit Kaliber 3861 (Referenz 310.30.42.50.01.001) ist auf dem Zweitmarkt gut nachgefragt, insbesondere mit Master-Chronometer-Zertifikat und Garantiekarte. Das Werk mit Co-Axial-Hemmung ist vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) als Master Chronometer zertifiziert und widersteht Magnetfeldern bis 15'000 Gauss.
Die .001 hat Hesalitglas und einen geschlossenen Boden, die .002 Saphirglas vorne und hinten. Für neue Omega-Uhren gilt laut Hersteller eine Garantie von fünf Jahren, sofern die Garantiekarte korrekt ausgefüllt ist. Eine junge Moonwatch kann also Restgarantie haben.
Welche Sondermodelle und Editionen sind gefragt?
Snoopy-Editionen, Apollo-Jubiläumsmodelle und andere Sonderserien können deutlich höher bewertet werden als die Standardmodelle. Hier zählt neben dem Zustand vor allem die Vollständigkeit des Sets. Beispiele nach Angaben von Omega:
- Snoopy: Die Modelle erinnern an den «Silver Snoopy Award», den Omega 1970 von der NASA für die Rolle der Speedmaster bei Apollo 13 erhielt: 3578.51.00 von 2003 (5'441 Stück), 311.32.42.30.04.003 von 2015 und 310.32.42.50.02.001 von 2020.
- Apollo 11: die goldene BA 145.022 von 1969 (1'014 Stück, zuerst an Astronauten überreicht) und die 310.60.42.50.99.001 von 2019 aus Moonshine-Gold (1'014 Stück).
- Apollo 13: die 3595.52.00 von 1995, 999 Stück, laut Omega die erste einer langen Reihe von Missionsmodellen.
Worauf achten Sammler bei einer Vintage-Speedmaster?
Entscheidend sind Originalzustand von Zifferblatt und Zeigern sowie eine nachvollziehbare Historie. Im Einzelnen:
- Zifferblatt und Zeiger aus der Bauzeit. Die Leuchtmasse verrät die Epoche: Radium bei den ersten Modellen, dann Tritium, ab Ende der 1990er-Jahre Super-LumiNova.
- Lünette der passenden Epoche, etwa mit der richtigen Lage des Punkts bei der 90.
- Gehäuse mit scharfen, ungepolierten Kanten.
- Ersetzte Teile: Bei Revisionen werden Zifferblatt, Zeiger oder Lünette mitunter getauscht. Bewahren Sie Originalteile auf. Warum sich ein Service vorher selten lohnt, erklärt der Ratgeber Service vor dem Verkauf.
Was bedeutet das für den Verkauf?
Die Referenz steht laut Omega auf der Garantiekarte, bei Vintage-Uhren in der Regel innen auf dem Gehäuseboden. Die Seriennummer ist zudem auf dem Werk eingraviert. Öffnen Sie den Boden nicht selbst; ohne Unterlagen können die Händler die Referenz meist anhand Ihrer Fotos eingrenzen.
Notieren Sie die Referenz, fotografieren Sie Zifferblatt, Boden und Papiere, und holen Sie mehrere Gebote ein. Bei Uhrenkontor bewerten über 25 Partnerhändler in der Schweiz Ihre Uhr; das beste Gebot erhalten Sie an Werktagen innerhalb von 12 Stunden als verbindliches Angebot. Die Anfrage starten Sie im Verkaufsformular. Andere Wege, etwa die Auktion für ein seltenes Vintage-Stück, vergleicht der Ratgeber Händler, Chrono24, Auktion oder privat.
Quellen: Omega, Speedmaster-Chronik «Iconic since 1957» zu CK 2915, CK 2998, 105.003, 105.012, 145.022 «Racing», BA 145.022, Kaliber 1861, Apollo 13 von 1995, Snoopy 2003, 2015 und 2020, Apollo 11 von 2019, Moonwatch mit Kaliber 3861, Kaliber 321 in Platin und in Stahl; Omega, Fragen und Antworten und Produktseiten 310.30.42.50.01.001 und 310.30.42.50.01.002; Smithsonian National Air and Space Museum, Chronograph von Neil Armstrong; Hodinkee, Vorstellung der Moonwatch mit Kaliber 3861 vom 5. Januar 2021; abgerufen am 4. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Welche Speedmaster wurde auf dem Mond getragen?
Laut Omega drei Referenzen, alle mit Kaliber 321: die ST 105.012 und die ST 145.012 bei Apollo 11, 12, 14, 15, 16 und 17 sowie die ST 105.003, die Gene Cernan bei Apollo 17 trug. Spätere Moonwatch-Referenzen wie die 145.022 waren nicht auf dem Mond.
Was ist der Unterschied zwischen Hesalit- und Saphirglas bei der Moonwatch?
Hesalit ist ein Kunststoffglas, wie es die Speedmaster der Apollo-Missionen trugen; Saphirglas ist deutlich kratzfester. Bei der aktuellen Moonwatch hat die 310.30.42.50.01.001 Hesalitglas und einen geschlossenen Boden, die .002 Saphirglas und einen Glasboden. Geben Sie die genaue Variante an, denn beide werden getrennt gehandelt.
Woran erkenne ich, ob meine Speedmaster ein Kaliber 321 hat?
Am einfachsten an der Referenz. Die frühen Modelle bis zur 145.012, darunter CK 2915, CK 2998 und 105.003, haben das 321; ab der 145.022 von 1968 folgte das 861. Seit 2019 verwendet Omega das 321 wieder, zuerst in einer Moonwatch aus Platin, seit 2020 auch in Stahl (311.30.40.30.01.001).
Lohnt sich ein Service vor dem Verkauf einer Vintage-Speedmaster?
In der Regel nicht. Bei einer Revision können Zifferblatt, Zeiger oder Lünette ersetzt werden, und genau diese Originalteile suchen Sammler. Händler rechnen einen fälligen Service selbst ein. Wurde die Uhr bereits revidiert, legen Sie Servicebelege und allfällig zurückerhaltene Originalteile bei.
Wo finde ich die Referenznummer meiner Speedmaster?
Laut Omega steht die Referenz auf der Garantiekarte, zusammen mit Seriennummer und Kaufdatum. Bei Vintage-Uhren ist sie in der Regel innen auf dem Gehäuseboden graviert. Öffnen Sie den Boden nicht selbst, damit keine Werkzeugspuren entstehen und die Dichtung intakt bleibt. Beim Auslesen helfen laut Omega die autorisierten Servicecenter.
Uhrenankauf
Sie möchten Ihre Uhr verkaufen?
Über 25 Händler bewerten Ihre Uhr, Sie erhalten das beste Angebot innerhalb von 12 Stunden. Kostenlos und unverbindlich.
Omega bewerten lassenPassende Ratgeber
Newsletter
Neue Uhren, realisierte Verkaufspreise und Marktinformationen. Höchstens eine E-Mail im Monat, jederzeit abbestellbar.