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Patek Philippe Nautilus und Aquanaut: Warum die Nachfrage bleibt
Uhrenkontor Redaktion · · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Die Nachfrage nach Patek Philippe Nautilus und Aquanaut bleibt hoch, weil die Manufaktur die Stückzahlen bewusst knapp hält, 2021 das Ende der Stahl-Nautilus 5711/1A ankündigte und deren Nachfolgerin 5811/1G nur in Weissgold baut. Für das Gebot zählen Referenz, Zifferblatt, Material, unpolierte Kanten und ein vollständiges Set mit Ursprungszertifikat.
Kaum eine Uhr hat den Zweitmarkt der letzten Jahre so geprägt wie die Patek Philippe Nautilus. Als die Manufaktur 2021 das Ende der Referenz 5711 ankündigte, stiegen die Preise zeitweise auf ein Vielfaches des Listenpreises. Inzwischen hat sich der Markt beruhigt, die Nachfrage ist aber geblieben.
Woher kommt die Nachfrage nach der Nautilus?
Ein Bruch mit der Tradition. 1976 brachte Patek Philippe mit der Ref. 3700/1A erstmals eine sportlich-elegante Armbanduhr, entworfen in enger Zusammenarbeit mit Gérald Genta. Sie war gross und aus Stahl, obwohl der Markt damals flache Uhren aus Gold verlangte, und bis 120 Meter wasserdicht. Die seitlichen «Ohren» des zweiteiligen Gehäuses sind den Verschlüssen von Schiffsbullaugen nachempfunden. Sammler nennen die 42 mm grosse Uhr bis heute «Jumbo».
Gewollte Knappheit. Anfang Februar 2021 bestätigte Patek-Philippe-Präsident Thierry Stern das Ende der 5711/1A. Er begründete es damit, dass kein einzelnes Modell das Bild der Marke bestimmen solle und die Uhren ihren Wert behalten sollten, auch indem sie selten bleiben.
Keine Nachfolgerin in Stahl. Die 5811/1G von 2022 übernahm die Rolle der 5711, ist aber aus Weissgold und 41 mm gross. Die Stahl-5711 gibt es seither nur noch auf dem Zweitmarkt.
Welche Nautilus-Referenzen sind gesucht?
- 5711/1A in Stahl, 2006 bis 2021: das begehrteste Modell, mit Zertifikat und vollständigem Set. Zifferblatt blau (-001, ab 2010 -010), weiss (-011, 2012 bis 2019), olivgrün (-014, im letzten Produktionsjahr 2021) und Tiffany-Blau (-018, 170 Stück, 2021). Bis 2019 arbeitete darin das Kaliber 324 S C, seither das 26-330 S C mit Sekundenstopp.
- 5712/1A mit Mondphase, Gangreserve und Zeigerdatum, 5726/1A mit Jahreskalender, 5980/1A als Flyback-Chronograph: technisch aufwendiger, ebenfalls stark gefragt.
- 5811/1G in Weissgold seit 2022: die Nachfolgerin, ebenfalls mit Warteliste.
- 3700/1A (1976 bis 1990), 3800/1 (ab 1981) und 3710/1A (ab 1998, die erste komplizierte Nautilus mit Aufzugszonenanzeige): Vintage-Nautilus, bei Sammlern mit Originalzustand geschätzt.
Die Endung nach dem Bindestrich bezeichnet die Ausführung, bei der 5711/1A das Zifferblatt. Händler bewerten -010 und -014 getrennt, geben Sie im Formular deshalb die vollständige Referenz an. Grösse und Kaliber je Referenz zeigt die Modellseite zur Nautilus.
Was unterscheidet die Aquanaut von der Nautilus?
Die Aquanaut (5167, 5168, 5164 mit Travel Time) ist sportlicher, jünger und in Stahl, Roségold oder Weissgold erhältlich. Sie gilt als Einstieg in die Welt von Patek Philippe und wird entsprechend rege gehandelt, mit weniger Preisausschlägen als die Nautilus.
Patek Philippe stellte sie 1997 in Basel als Ref. 5060A vor, gedacht für eine jüngere, aktive Kundschaft. Statt der aufwendigen zweiteiligen Bullaugenkonstruktion erhielt sie ein einfacheres dreiteiliges Gehäuse, statt des Stahlbands ein Band aus Verbundmaterial. 2017 folgte mit der 5168G die erste Herren-Aquanaut in Weissgold, mit 42 mm damals die grösste der Linie.
| Merkmal | Nautilus | Aquanaut |
|---|---|---|
| Vorgestellt | 1976, Ref. 3700/1A | 1997, Ref. 5060A |
| Gehäuse | achteckige Lünette, seitliche «Ohren» | achteckige Lünette nach Nautilus-Vorbild, ohne «Ohren» |
| Zifferblatt | horizontal geprägt | Schachbrettmuster |
| Band | meist integriertes Metallband, einzelne Modelle mit Lederband | meist Band aus Verbundmaterial, einzelne Modelle mit Stahlband (z. B. 5167/1A) |
| Zweitmarkt | eng, grosse Unterschiede je Referenz und Zifferblatt | breiter gehandelt, weniger Preisausschläge |
Was prüfen Käufer bei einer Nautilus oder Aquanaut?
Bei Patek Philippe zählt das Set mehr als bei fast jeder anderen Marke. Ursprungszertifikat, Box, Booklets, Hangtag und Servicequittungen der Manufaktur gehören dazu. Ein Auszug aus dem Archiv bestätigt Auslieferung und Ausführung. Kratzerfreie Kanten am Gehäuse sind ein Plus, denn eine Politur verändert die charakteristische Form.
- Ursprungszertifikat. Das «Certificate of Origin» nennt Werk-, Gehäuse- und Referenznummer und dient als Garantieausweis; Patek Philippe stellt nie eine Kopie aus.
- Archivauszug. Bestellbar, wenn der Erstverkauf mindestens zehn Jahre zurückliegt, laut Patek Philippe für CHF 500 (Stand Oktober 2026). Das Zertifikat ersetzt er nicht.
- Band. Käufer zählen beim Metallband die Glieder und prüfen bei der Aquanaut den Zustand des Verbundbands.
Was bedeutet das für Verkäufer?
Der Markt ist eng und wird von wenigen spezialisierten Händlern bestimmt. Einzelne Angebote schwanken deshalb stark. Ein Vergleich mehrerer Gebote lohnt sich bei Patek Philippe mehr als bei jeder anderen Marke.
- Nicht polieren, nicht vorab revidieren. Eine Politur rundet die Kanten ab, die Patek Philippe bei der 5711 in 55 Arbeitsschritten von Hand finissiert. Händler kalkulieren einen fälligen Service selbst ein, mehr dazu unter Service vor dem Verkauf.
- Alles aufbewahren: Zertifikat, Box, alle Bandglieder, bei der Aquanaut auch ein allfälliges Ersatzband.
- Verkaufsweg wählen. Aufwand, Dauer und Risiko der Wege zeigt der Vergleich der Verkaufswege.
Diskretion ist selbstverständlich: Bei Uhrenkontor sehen Händler nur Uhrendaten und Fotos, nie Ihren Namen. Über 25 Partnerhändler in der Schweiz geben ein Gebot ab, das beste erhalten Sie als verbindliches Angebot. Mehr zur Marke finden Sie unter Patek Philippe verkaufen, die Anfrage starten Sie im Verkaufsformular.
Quellen: Patek Philippe, Pressemitteilungen «Nautilus 40th Anniversary» (Oktober 2016), neue Nautilus-Modelle (7. April 2021), Patek Philippe und Tiffany & Co. (6. Dezember 2021) und Aquanaut Ref. 5168G (2017); Patek Philippe zu Nautilus 5811/1G, zu Archivauszug und Ursprungszertifikat, abgerufen am 4. Oktober 2026; Watchtime zum Ende der 5711, 20. März 2021; Bilanz zur 5811/1G, 10. November 2022; Art. 16 Abs. 3 DBG.
Häufige Fragen
Warum hat Patek Philippe die Nautilus 5711 eingestellt?
Kein einzelnes Modell sollte das Bild der Marke bestimmen, und die Uhren sollten durch Seltenheit ihren Wert behalten. So begründete Präsident Thierry Stern das Ende, das er Anfang 2021 bestätigte. Im letzten Produktionsjahr erschienen noch die 5711/1A-014 mit olivgrünem Zifferblatt und, zum 170-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Tiffany & Co., 170 Stück der 5711/1A-018 in Tiffany-Blau.
Was ist der Unterschied zwischen Nautilus und Aquanaut?
Die Nautilus von 1976 ist die ältere Linie, mit integriertem Metallband und horizontal geprägtem Zifferblatt. Die Aquanaut kam 1997 für ein jüngeres, sportliches Publikum, damals mit einfacherem dreiteiligem Gehäuse statt der zweiteiligen Bullaugenkonstruktion der Ur-Nautilus, dazu mit Schachbrett-Zifferblatt, ohne seitliche «Ohren» und mit Band aus Verbundmaterial. Auf dem Zweitmarkt wird sie breiter gehandelt und schwankt weniger.
Was bedeutet «Jumbo» bei der Nautilus?
So heisst die erste Nautilus, Ref. 3700/1A von 1976. Mit 42 mm wirkte sie damals so gross, dass sie den Übernamen «Jumbo» erhielt, laut Patek Philippe eine Anspielung auf den Jumbo-Jet Boeing 747. Sie blieb bis 1990 in der Kollektion. Zum 40-Jahr-Jubiläum erinnerte 2016 die auf 700 Stück limitierte 5711/1P in Platin an sie.
Was ersetzt ein fehlendes Ursprungszertifikat bei der Nautilus?
Kein Dokument ersetzt es ganz, denn Patek Philippe stellt keine Kopie aus. Liegt der Erstverkauf mindestens zehn Jahre zurück, bestätigt ein Archivauszug der Manufaktur Ausführung und Verkaufsdatum, laut Patek Philippe für CHF 500 (Stand Oktober 2026). Verkäuflich bleibt die Uhr auch ohne Zertifikat, das Gebot fällt aber meist tiefer aus, mehr dazu unter Uhr ohne Papiere verkaufen.
Muss ich den Erlös aus dem Verkauf versteuern?
In der Regel nicht. Gewinne aus dem Verkauf von beweglichem Privatvermögen sind für Privatpersonen nach Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei. Anders ist es bei gewerbsmässigem Handel. Die Vermögenssteuer ist kantonal geregelt; ob eine wertvolle Uhr dazuzählt, beantwortet die Steuerverwaltung Ihres Wohnkantons.
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