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Full Set, Box & Papiere, Nur Uhr: Die Begriffe erklärt
Uhrenkontor Redaktion · · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit
Full Set heisst: Die Uhr kommt mit allem, was beim Neukauf dabei war, also Originalbox, Garantiekarte oder Zertifikat, Booklets, Hangtags und allen Bandgliedern. Box & Papiere (B&P) bedeutet Uhr mit Box und Garantiekarte, Kleinteile nicht unbedingt. Nur Uhr heisst weder Box noch Papiere. Verbindlich festgelegt sind die Begriffe nicht; entscheidend ist, was tatsächlich beiliegt.
In Inseraten und Angeboten tauchen immer dieselben Kürzel auf. Wer verkauft, sollte wissen, was gemeint ist, denn die Begriffe bestimmen mit, wie ein Angebot ausfällt. Worauf Käufer achten, wenn das Set fehlt, steht im Ratgeber Uhr ohne Box und Papiere kaufen.
Welche Begriffe beschreiben den Lieferumfang?
| Begriff | Was dabei ist | Bedeutung für den Verkauf |
|---|---|---|
| Full Set | Uhr und alles aus dem Neukauf | Bei neueren Modellen fast vorausgesetzt |
| Box & Papiere (B&P) | Uhr, Originalbox, Garantiekarte oder Zertifikat | Für die meisten Käufer ausreichend |
| Mit Papieren | Uhr mit Garantiekarte oder Zertifikat, ohne Box | Papiere belegen den Erstverkauf, die Box nicht |
| Mit Box | Uhr mit Box, ohne Papiere | Die Box allein belegt weder Herkunft noch Kaufdatum |
| Nur Uhr | Weder Box noch Papiere | Bewertung allein auf Basis der Prüfung |
Im Handel heisst «Full Set» oft schon Uhr mit Box und Papieren. Eine genaue Aufzählung sagt deshalb mehr als jedes Kürzel.
Was gehört zu einem Full Set?
Ein Full Set umfasst die Uhr mit allem, was beim Kauf dabei war: Originalbox mit Umkarton, Garantiekarte oder Zertifikat, Booklets, Hangtags, gegebenenfalls Kaufbeleg und alle Bandglieder. Je vollständiger, desto besser. Bei neueren Modellen wird das Full Set fast vorausgesetzt; fehlt ein Teil, fragen Händler nach.
Booklets sind Bedienungsanleitung und Garantieheft, Hangtags die Anhänger, die beim Neukauf an der Uhr hängen. Was beiliegt, hängt von Marke und Jahrgang ab. «Vollständig» heisst deshalb: alles, was diese Uhr beim Erstverkauf mitbekommen hat.
Was bedeutet Box & Papiere (B&P)?
Box und Garantiekarte sind vorhanden, Kleinteile wie Hangtags oder Booklets nicht unbedingt. Für die meisten Käufer ist das ausreichend.
Wichtig ist, dass die Papiere zur Uhr gehören. Gleichen Sie vor dem Verkauf die Seriennummer auf Karte oder Zertifikat mit der Uhr ab, soweit sie von aussen lesbar ist. Papiere einer anderen Uhr sind wertlos und wecken bei der Prüfung Misstrauen.
Was heisst «Nur Uhr»?
Weder Box noch Papiere. Die Uhr wird allein auf Basis der Prüfung bewertet. Bei Vintage-Stücken ist das normal; bei aktuellen Modellen wirkt es sich stärker aus. Was Händler dann prüfen und welche Belege helfen, zeigt der Ratgeber Uhr ohne Papiere verkaufen.
Garantiekarte, Zertifikat, Chronometerbescheinigung: Was ist der Unterschied?
- Garantiekarte: Beleg des Konzessionärs mit Kaufdatum und Seriennummer. Bei Rolex seit 2020 als Karte mit Chip, bei anderen Marken oft als Kartenset oder Heft. Das Datum zeigt, ab wann die Herstellergarantie läuft.
- Zertifikat: Bei Patek Philippe, Vacheron Constantin oder A. Lange & Söhne ein Ursprungszertifikat mit Werk- und Gehäusenummer. Für Sammler besonders wichtig. Patek Philippe stellt bei Verlust keine Kopie aus.
- Chronometerbescheinigung (COSC): Belegt die Ganggenauigkeit des Werks. Nett, aber ohne grossen Einfluss auf den Preis. Die offizielle Prüfstelle COSC testet ein Werk je nach Typ 12 bis 20 Tage lang; bei mechanischen Werken muss der mittlere tägliche Gang zwischen minus 4 und plus 6 Sekunden liegen. Ob der Käufer das Dokument erhält, entscheidet die Marke.
- Archivauszug: Kann bei einigen Manufakturen nachträglich bestellt werden und bestätigt Auslieferungsdatum und Ausführung. Ersetzt kein Zertifikat, hilft aber bei Vintage-Uhren. Patek Philippe beschreibt ihn als Teilabschrift aus dem Archiv; als Garantie dient dort das Ursprungszertifikat.
Sind Papiere ein Eigentumsnachweis?
Nein. Die Garantiekarte belegt, dass die Uhr bei einem Konzessionär verkauft wurde, nicht, wem sie heute gehört. Nach Art. 930 ZGB wird vermutet, dass der Besitzer einer beweglichen Sache auch ihr Eigentümer ist.
Händler fragen trotzdem nach der Herkunft, denn eine gestohlene Uhr kann der Bestohlene nach Art. 934 ZGB während fünf Jahren von jedem Empfänger zurückfordern. Ein Kaufbeleg, eine Erbbescheinigung oder Servicebelege beantworten diese Frage am einfachsten.
Warum zählen Zusatzglieder und Ersatzbänder?
Fehlende Glieder sind bei neueren Modellen ein häufiges Ärgernis, weil sie teuer nachzukaufen sind. Legen Sie alle vorhandenen Glieder bei, auch lose in einem Beutel. Zusätzliche Originalbänder werten das Set auf.
Was bringen Servicebelege?
Rechnungen von Manufaktur oder Konzessionär belegen, dass die Uhr gepflegt wurde und keine Fremdteile verbaut sind. Bewahren Sie sie auf, auch wenn der Service Jahre zurückliegt. Steht die Seriennummer darauf, schliessen sie bei einer Uhr ohne Papiere einen Teil der Lücke.
So geben Sie den Lieferumfang richtig an
- Alles zusammensuchen, auch Umkarton, Hangtags und beim Kürzen entfernte Glieder.
- Im Formular unter «Lieferumfang» ankreuzen, was vorhanden ist. Hangtags oder ein Ersatzband gehören in die Bemerkungen.
- Box und Papiere fotografieren. Auf dem Kaufbeleg dürfen Sie Name und Adresse abdecken; Seriennummer und Datum sollten lesbar bleiben.
Fazit
Geben Sie im Formular ehrlich an, was vorhanden ist, und legen Sie bei der Übergabe alles auf den Tisch. Händler bewerten Vollständigkeit, und ein vollständiges Set erzielt in der Regel ein spürbar besseres Angebot. Bei Uhrenkontor bewerten über 25 Partnerhändler die Uhr anhand genau dieser Angaben, auch ohne Box und Papiere; das Verkaufsformular dauert rund drei Minuten. Wie die Wertfaktoren zusammenspielen, erklärt der Leitfaden Uhr verkaufen in der Schweiz.
Quellen: COSC, Chronometer Certified; Patek Philippe, FAQ zum Extract from the Archives; ZGB Art. 930 und 934. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was ist ein Full Set bei einer Uhr?
Ein Full Set ist die Uhr mit allem, was beim Neukauf dabei war: Originalbox mit Umkarton, Garantiekarte oder Zertifikat, Booklets, Hangtags, alle Bandglieder und gegebenenfalls der Kaufbeleg. Verbindlich definiert ist der Begriff nicht; manche Inserate nennen schon Uhr mit Box und Papieren so. Fragen Sie deshalb nach, was genau dabei ist.
Was ist wichtiger, die Box oder die Papiere?
Die Papiere. Garantiekarte oder Zertifikat belegen den Erstverkauf und tragen die Seriennummer, die Box nicht. Boxen werden einzeln gehandelt, Papiere lassen sich dagegen kaum ersetzen: Rolex stellt verlorene Garantiekarten nicht neu aus, und Patek Philippe gibt von einem Ursprungszertifikat keine Kopie ab. Am meisten zählen beide zusammen.
Brauche ich das COSC-Zertifikat für den Verkauf?
Nein. Ob ein Chronometer mit einem Dokument der COSC geliefert wird, entscheidet die Marke; laut COSC sind diese Dokumente optional. Fehlt es, obwohl «Chronometer» auf dem Zifferblatt steht, hat die Marke es womöglich nie beigelegt. Jedes zertifizierte Werk trägt eine eigene Nummer, und auf den Wert hat das Papier wenig Einfluss.
Was ist ein Archivauszug und ersetzt er die Papiere?
Ein Archivauszug ist eine Bestätigung der Manufaktur zu Auslieferungsdatum und Ausführung, die einige Marken nachträglich ausstellen. Die Papiere ersetzt er nicht, denn Garantiekarte und Zertifikat entstehen beim Erstverkauf. Bei Patek Philippe gibt es ihn für Uhren, deren Erstverkauf mehr als zehn Jahre zurückliegt, für CHF 500 (Stand Oktober 2026). Er gibt einen Teil der Archivdaten wieder.
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