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Service vor dem Verkauf: Nötig oder Geldverschwendung?
Uhrenkontor Redaktion · 30. April 2025 · 2 Min. Lesezeit
Viele Besitzer lassen ihre Uhr vor dem Verkauf revidieren. Warum das selten den Preis um die Servicekosten erhöht, wann ein Service trotzdem sinnvoll ist und was Sie stattdessen tun sollten.
«Soll ich die Uhr vor dem Verkauf noch zum Service bringen?» Die Frage hören wir fast täglich. Die kurze Antwort: in den meisten Fällen nein. Die lange Antwort lohnt sich, weil es Ausnahmen gibt.
Was ein Service kostet und bringt
Eine Revision bei der Manufaktur kostet je nach Marke und Kaliber mehrere hundert bis über tausend Franken und dauert Wochen bis Monate. Auf dem Zweitmarkt erhöht ein frischer Service den Preis in der Regel nicht um denselben Betrag. Händler kalkulieren ohnehin einen Service ein, wenn die letzte Revision länger zurückliegt, und viele Käufer lassen die Uhr nach dem Kauf selbst warten.
Wann ein Service den Preis wirklich beeinflusst
- Die Uhr läuft nicht oder deutlich ungenau: Eine funktionsfähige Uhr ist leichter zu bewerten und zu verkaufen. Hier kann eine Reparatur sinnvoll sein, allerdings nur mit Kostenvoranschlag.
- Der Service liegt kurz zurück und ist belegt: Das ist ein Argument für Käufer, aber nur, wenn der Beleg vorhanden ist. Bewahren Sie Servicequittungen auf.
Wann ein Service schadet
Bei Vintage-Uhren ersetzen Manufakturen im Service häufig Zifferblatt, Zeiger oder Leuchtmasse durch neue Teile. Für Sammler zerstört das den Originalzustand und damit einen Teil des Werts. Bei Uhren vor etwa 1990 gilt: vor dem Service unbedingt einen Fachmann fragen, ob Originalteile erhalten bleiben.
Polieren
Dasselbe gilt für Polituren. Ein aufpoliertes Gehäuse verliert Kanten und Material; das ist nicht rückgängig zu machen. Feine Kratzer sind Gebrauchsspuren, keine Mängel. Lassen Sie die Uhr, wie sie ist.
Was Sie stattdessen tun sollten
- Uhr aufziehen und prüfen, ob sie läuft und die Funktionen (Datum, Chronograph) arbeiten.
- Gehäuse und Band mit einem weichen Tuch reinigen, bei wasserdichten Uhren mit lauwarmem Wasser und milder Seife. Keine Ultraschallreiniger bei Lederbändern oder unsicherer Dichtigkeit.
- Alle Belege, Glieder und Zubehör zusammensuchen.
- Ehrlich beschreiben, wann der letzte Service war, auch wenn es «nie» ist.
Fazit
Ein Service vor dem Verkauf rechnet sich selten. Verkaufen Sie die Uhr im gepflegten Originalzustand und geben Sie die Servicehistorie an. Bei Uhrenkontor bewerten über 25 Händler die Uhr genau so, wie sie ist.
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