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Uhr mit Gravur verkaufen: Was eine Gravur für den Wert bedeutet

Uhrenkontor Redaktion · · Aktualisiert · 8 Min. Lesezeit

Eine Uhr mit persönlicher Gravur lässt sich verkaufen. Name, Initialen oder ein Datum auf dem Boden senken das Gebot in der Regel, weil der nächste Käufer eine neutrale Uhr bevorzugt. Wie stark, hängt von Ort, Tiefe, Inhalt und Ausführung ab. Abschleifen lohnt sich meist nicht: Abgetragenes Metall lässt sich nicht ersetzen, und die Händler rechnen eine Aufbereitung selbst ein.

Eine Uhr zur Hochzeit oder zum Firmenjubiläum trägt oft einen Namen und ein Datum auf dem Gehäuseboden, seltener auf der Schliesse. Für den Verkauf ist zuerst wichtig, ob es sich überhaupt um eine persönliche Gravur handelt.

Welche Gravuren sind persönlich und welche gehören zur Uhr?

Werksgravuren bringt der Hersteller bei jedem Exemplar an. Dazu zählen die Serien- und Referenznummer, die Nummerierung einer limitierten Edition, Punzen für das Edelmetall und feste Inschriften wie auf dem Boden der Omega Speedmaster Moonwatch. Sie mindern den Wert nicht. Fehlen sie oder sind sie überarbeitet, ist das im Gegenteil ein Warnsignal.

Ein Sonderfall ist die feine Gravur im Rehaut, dem Ring zwischen Zifferblatt und Glas. Sie gehört bei neueren Rolex zur Werksausstattung; seit etwa 2005 steht dort auch die Seriennummer. Diese Gravur ist ein Echtheitsmerkmal und keine persönliche Gravur. Wie Händler solche Merkmale prüfen, lesen Sie im Ratgeber Echtheit einer Luxusuhr prüfen.

Art der Gravur Beispiel Bedeutung für den Verkauf
Werksgravur Serien- und Referenznummer, Punzen Gehört zur Uhr; fehlt sie, ist das ein Warnsignal
Rehaut-Gravur Rolex-Schriftzug und Seriennummer im Innenring Echtheitsmerkmal, keine persönliche Gravur
Modellinschrift ab Werk Boden der Speedmaster Moonwatch, Nummer einer Edition Teil des Modells
Persönliche Gravur des Herstellers Initialen auf einer Cartier oder Reverso Senkt das Gebot in der Regel, wirkt aber gepflegt
Persönliche Gravur eines Dritten Name und Datum vom Juwelier auf dem Boden Senkt das Gebot in der Regel
Nachträgliche Gravur auf Zifferblatt oder Rehaut Eingefügter Name oder Schriftzug Veränderung, beeinträchtigt die Originalität
Belegte Provenienzgravur Militärgravur, berühmter Vorbesitzer Kann zum Wert beitragen, wenn original und belegt

Senkt eine persönliche Gravur den Wert?

In den meisten Fällen ja. Ein Händler kauft, um weiterzuverkaufen, und seine Kunden möchten in der Regel keine Uhr, die einer fremden Person gewidmet ist. Die Gravur verkleinert den Kreis der möglichen Käufer, und das fliesst in das Gebot ein.

Eine Gravur ist aber kein Mangel wie ein defektes Werk. Die Uhr bleibt verkäuflich. Der Händler kann die Gravur entfernen oder den Boden ersetzen lassen, oder er spricht gezielt Käufer an, die sich daran nicht stören. Jeder dieser Wege kostet Zeit oder Geld, und das schlägt sich im Gebot nieder.

Wovon hängt ab, wie stark eine Gravur ins Gewicht fällt?

Pauschale Abschläge gibt es nicht. Entscheidend sind fünf Punkte:

  • Ort. Eine Gravur auf dem Gehäuseboden sieht im Alltag kaum jemand. Auf der Schliesse ist sie sichtbarer, auf dem Zifferblatt stört sie am meisten. Bei der Patek Philippe Calatrava 5227 ist die Innenseite des aufklappbaren Staubdeckels für Widmungen vorgesehen; dort ist eine Gravur nur bei geöffnetem Deckel sichtbar.
  • Tiefe. Eine flache Lasergravur lässt sich leichter entfernen als eine tief gestochene Handgravur.
  • Inhalt. Zwei Initialen wirken zurückhaltender als ein voller Name mit Datum und Widmung.
  • Ausführung. Eine saubere, vom Hersteller angebrachte Gravur wirkt gepflegter als eine ungleichmässige oder von Hand geritzte.
  • Modell. Bei der Jaeger-LeCoultre Reverso ist die glatte Rückseite der Monoface-Modelle geradezu für Gravuren gedacht; die Manufaktur bietet sie selbst an. Trotzdem gilt auch hier: Eine persönliche Gravur verkleinert den Kreis der Käufer. Bei Duoface-Modellen stellt sich die Frage nicht, weil die Rückseite ein zweites Zifferblatt trägt.

Sollten Sie die Gravur vor dem Verkauf entfernen lassen?

In der Regel nein. Wer eine Gravur abschleifen lässt, entfernt Metall vom Boden. Das ist nicht rückgängig zu machen und kann Form und Dichtigkeit beeinträchtigen. Wie beim Polieren gilt: Was einmal abgetragen ist, kommt nicht zurück. Warum sich auch ein Service vor dem Verkauf selten lohnt, erklärt der Ratgeber Service vor dem Verkauf.

Die sauberere Lösung ist ein neuer Gehäuseboden. Bei vielen Marken lässt sich ein gravierter Boden über den offiziellen Service ersetzen, meist im Austausch und teils nur zusammen mit einer Revision; Preise nennt der Hersteller auf Anfrage. Was im Einzelfall möglich ist, klären Sie mit dem Servicecenter.

Für den Verkauf lohnt sich dieser Aufwand selten. Die Händler rechnen eine allfällige Aufbereitung selbst ein. Lassen Sie die Gravur deshalb, wie sie ist, und dokumentieren Sie sie gut.

Wann kann eine Gravur den Wert steigern?

Nur wenn sie zu einer nachweisbaren Geschichte gehört, die Sammler interessiert. Das bekannteste Beispiel ist die Rolex Daytona von Paul Newman mit der Bodengravur «Drive Carefully Me». Sie wurde am 26. Oktober 2017 bei Phillips in New York für USD 17,75 Millionen inklusive Aufgeld versteigert. Auch die Rolex GMT-Master von Marlon Brando, auf deren Boden er selbst «M. Brando» eingeritzt haben soll, erzielte am 10. Dezember 2019 bei Phillips in New York USD 1'952'000 inklusive Aufgeld.

Das sind absolute Ausnahmen. Entscheidend war nicht die Gravur an sich, sondern die belegte Herkunft.

Militärgravuren sind ein weiterer Sonderfall. Die Submariner, die Rolex in den 1970er Jahren an das britische Verteidigungsministerium lieferte, tragen auf dem Boden einen Pfeil, eine Ausgabenummer und das Jahr. Solche Gravuren gehören zur Identität der Uhr und sind bei Sammlern gesucht, sofern sie original und belegbar sind. Ähnliches kann im Einzelfall für historische Präsentationsuhren gelten, die Firmen oder Behörden verliehen haben, vor allem bei Vintage-Stücken mit Urkunde oder Begleitschreiben. Eine Familienwidmung zum Geburtstag oder eine übliche Jubiläumsgravur des Arbeitgebers gehört nicht in diese Kategorie; sie zählt als persönliche Gravur.

Warum fragt der Händler nach dem Namen auf dem Boden?

Händler in der Schweiz müssen beim Ankauf gebrauchter Uhren besonders sorgfältig sein. Gestohlene Sachen kann der Eigentümer nach Art. 934 ZGB während fünf Jahren zurückfordern, und von einem Händler wird erhöhte Vorsicht erwartet. Steht ein fremder Name auf dem Boden, fragt er deshalb nach, wie die Uhr zu Ihnen kam.

Die Antwort ist meist einfach: ein Geschenk, ein Erbe, ein Kauf aus zweiter Hand. Hilfreich sind Kaufbeleg, Servicequittung oder Erbbescheinigung. Stammt die Uhr aus einem Nachlass, lesen Sie den Ratgeber Erbstück-Uhr verkaufen.

So fotografieren und deklarieren Sie die Gravur

  1. Boden frontal fotografieren, bei Tageslicht und ohne Blitz, damit die Schrift lesbar ist.
  2. Eine zweite Aufnahme schräg machen. Streiflicht zeigt die Tiefe der Gravur.
  3. Weitere Gravurorte festhalten, etwa Schliesse, Staubdeckel oder Rückseite einer Reverso.
  4. Im Feld «Bemerkungen» angeben, was eingraviert ist und ob die Gravur vom Hersteller oder von einem Juwelier stammt.
  5. Belege fotografieren und bereithalten, falls die Gravur eine Herkunft dokumentiert, etwa bei einer Militär- oder Präsentationsuhr.

Weitere Hinweise zu Licht und Perspektive gibt der Ratgeber Uhr fotografieren für die Bewertung.

So verkaufen Sie eine Uhr mit Gravur über Uhrenkontor

Uhren mit Gravur werden angekauft. Sie laden ein Foto der Gravur mit den übrigen Bildern hoch. Über 25 Partnerhändler in der Schweiz sehen die Gravur und berücksichtigen sie im Gebot; Ihre Kontaktdaten sehen sie nicht.

Das beste Gebot erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden an Werktagen als verbindliches Angebot. Für Sie ist die Anfrage kostenlos und unverbindlich. Das Angebot gilt unter dem Vorbehalt, dass Zustand, Echtheit und Lieferumfang der Beschreibung entsprechen. Bei der persönlichen Übergabe in der Schweiz oder in Liechtenstein wird die Uhr vor Ihnen geprüft und bar, per Banküberweisung oder Twint bezahlt. Angekauft werden Uhren ab rund CHF 3'000 Marktwert. Jetzt Uhr mit Gravur bewerten lassen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Uhr mit Gravur überhaupt verkaufen?

Ja. Eine persönliche Gravur ist kein Hindernis für den Verkauf; sie beeinflusst nur das Gebot. Händler können die Gravur entfernen oder den Boden ersetzen lassen oder die Uhr Käufern anbieten, die sich nicht daran stören. Geben Sie die Gravur an und fotografieren Sie sie, damit sie bereits im Gebot berücksichtigt ist und bei der Übergabe keine Überraschung entsteht.

Soll ich die Gravur vor dem Verkauf abschleifen lassen?

In der Regel nicht. Beim Abschleifen wird Metall vom Boden abgetragen; das lässt sich nicht rückgängig machen und kann Form und Dichtigkeit beeinträchtigen. Die Händler kennen die Möglichkeiten und rechnen eine Aufbereitung selbst ein. Sie sparen sich damit Kosten und das Risiko, die Uhr zu verschlechtern.

Ist die Gravur im Rehaut meiner Rolex eine persönliche Gravur?

Nein. Der wiederholte Rolex-Schriftzug und die Seriennummer im Rehaut, dem Ring zwischen Zifferblatt und Glas, gehören bei neueren Modellen zur Werksausstattung. Die Seriennummer steht dort seit etwa 2005. Diese Gravur ist ein Echtheitsmerkmal und mindert den Wert nicht. Fehlt sie bei einer Rolex, die nach etwa 2008 gefertigt wurde, ist das ein Warnsignal.

Wird eine Herstellergravur besser bewertet als eine vom Juwelier?

Meist wirkt sie gepflegter. Marken wie Cartier oder Jaeger-LeCoultre gravieren Namen, Initialen oder Daten selbst, sauber und passend zur Uhr. Es bleibt aber eine persönliche Gravur, die weniger Käufer anspricht als ein neutraler Boden. Den grösseren Unterschied machen Ort, Tiefe und Inhalt der Gravur, etwa Initialen gegenüber einer ausführlichen Widmung.

Warum will der Händler wissen, wer auf dem Boden steht?

Weil Händler beim Ankauf gebrauchter Uhren besonders sorgfältig sein müssen. Gestohlene Sachen kann der Eigentümer nach Art. 934 ZGB während fünf Jahren zurückfordern. Ein fremder Name ist an sich kein Problem; der Händler möchte nur wissen, wie die Uhr zu Ihnen kam. Ein Geschenk, ein Erbe oder ein Kaufbeleg genügen meist als Erklärung.

Kann eine Gravur den Wert einer Uhr erhöhen?

Nur in Ausnahmefällen. Bei Militäruhren, einzelnen historischen Präsentationsuhren oder Uhren berühmter Vorbesitzer kann eine originale Gravur zum Wert beitragen, sofern die Herkunft belegt ist. Beispiele sind die Daytona von Paul Newman oder die Militär-Submariner der 1970er Jahre. Eine Familienwidmung zum Geburtstag oder Jubiläum zählt für den Markt als persönliche Gravur.

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